Reversal
Abtreibungspille stoppen — es gibt möglicherweise noch eine Chance
Wenn du die erste Tablette (Mifepriston) eingenommen hast und es bereust: Eine Behandlung mit dem körpereigenen Hormon Progesteron kann die Wirkung möglicherweise aufheben. Eine Garantie gibt es nicht — aber je früher du handelst, desto höher die Chancen.
Medizinisch geprüft von Prof. Dr. Cullen und KollegenJede Stunde zählt
Die Behandlung muss innerhalb von 72 Stunden nach Einnahme der ersten Tablette begonnen werden. Je früher, desto höher die Chance.
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Medizinischer Hintergrund
Wie funktioniert das?
Die Abtreibungspille besteht aus zwei Medikamenten. Die erste Tablette — Mifepriston — blockiert das Schwangerschaftshormon Progesteron, das für den Erhalt der Schwangerschaft nötig ist. Wenn nur diese erste Tablette eingenommen wurde, kann eine hochdosierte Progesteron-Gabe die Blockade möglicherweise aufheben.
Warum Progesteron?
Progesteron ist ein körpereigenes Hormon, das jede Schwangere natürlich produziert. Es wird in der Gynäkologie routinemäßig bei Problemschwangerschaften zur Stabilisierung eingesetzt. Durch eine hochdosierte Gabe kann das Progesteron den gleichen Rezeptor aktivieren, den Mifepriston blockiert — und so die Wirkung aufheben.
Wichtige Voraussetzung
Die Behandlung hat nur dann eine Chance, wenn ausschließlich die erste Tablette (Mifepriston) eingenommen wurde. Wurde bereits die zweite Tablette (Misoprostol) genommen und haben Blutungen eingesetzt, ist eine Umkehr in der Regel nicht mehr möglich.
Studienlage
Wie hoch sind die Chancen?
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser. Innerhalb der ersten 24 Stunden sind die Chancen am höchsten. Nach 72 Stunden ist eine Umkehr kaum noch möglich.
Eine häufig zitierte US-Fallserie von Dr. George Delgado et al. (2018) berichtete für die Pillenform eine Erfolgsrate von 68 %. Kleiner Qualifikator: Die Daten lassen sich nicht 1:1 auf Deutschland übertragen, weil in den USA meist 200 mg Mifepriston verwendet wurden, im Unterschied zu 600 mg in Deutschland.
Quelle: Delgado G. et al., „A Case Series Detailing the Successful Reversal of the Effects of Mifepristone Using Progesterone", Issues in Law and Medicine, 33(1), 2018.
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48–72 Stunden
Progesteron-Behandlung
Du erhältst hochdosiertes Progesteron — in Deutschland meist oral oder vaginal. Die Behandlung erfolgt über mehrere Tage nach ärztlichem Schema.
Mögliche Begleiterscheinungen: Die hohe Dosierung kann die üblichen Beschwerden einer Schwangerschaft wie Übelkeit, Erbrechen oder Müdigkeit auslösen oder verstärken. Das ist normal und klingt nach Absetzen ab.
Nach einigen Tagen
Kontrolle per Ultraschall
Ein Ultraschall prüft, ob die Schwangerschaft intakt ist und sich normal weiterentwickelt.
Häufige Fragen
Das fragen sich viele Frauen
Ist die Behandlung sicher?
Progesteron ist ein körpereigenes Hormon, das in der Gynäkologie routinemäßig eingesetzt wird. Studien zeigen keine negativen Folgen für die kindliche Entwicklung. Durch die hochdosierte Gabe können jedoch typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Schwindel auftreten oder verstärkt werden. Diese Symptome sind vorübergehend und klingen nach Absetzen der Behandlung ab. Bei oraler Einnahme ist die Müdigkeit meist stärker ausgeprägt als bei vaginaler Gabe.
Was, wenn ich schon die zweite Tablette genommen habe?
Wenn bereits Misoprostol (die zweite Tablette) eingenommen wurde und Blutungen eingesetzt haben, ist eine Umkehr in der Regel nicht mehr möglich. Ruf trotzdem an — wir können dich bei der Nachsorge unterstützen.
Was kostet die Behandlung?
Vita-L hilft dir, die Behandlung zu organisieren und informiert dich über die Kosten. In vielen Fällen können Stiftungen oder andere Hilfsangebote unterstützen. Geld darf kein Hindernis sein — ruf an, wir finden eine Lösung.
Kann ich auch für jemand anderen anrufen?
Ja. Wir beraten auch Väter, Angehörige und Freunde, die Rat für eine betroffene Person suchen. Je schneller der Anruf, desto besser die Chancen.
Quellen & medizinische Prüfung
Medizinisch geprüft und belegt
Diese Seite wurde fachärztlich geprüft. Die medizinischen Kernaussagen orientieren sich an öffentlich zugänglichen Patienteninformationen, Leitlinien und Fachliteratur.
- Delgado et al. 2018Fallserie zu Progesteron nach Mifepriston; Issues in Law and Medicine, 33(1).
- ACOGGegenposition: Medication abortion reversal is not supported by science.
- BZgAWirkmechanismus von Mifepriston und Misoprostol beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch.
- IQWiG / gesundheitsinformation.deMedizinische Grundlagen und Verlauf des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs.
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